Erdbebenforschung

                    



Es ist mal wieder so ein Tick von mir,den ich auch in die Tat umgesetzt habe: Erdbeben hier in Süderlügum zu messen !

Mich interessieren Erdbeben,Vulkanismus,das Wetter,das Weltall schon seit Kinderbeinen.
Eines der Projekte hab ich ja verwirklich,das Wetter,das zweite Projekt ist nun seit einiger Zeit am Laufen.

Dazu braucht man entweder einen modernen Laptop.Dort ist ein Sensor schon eingebaut,der eigentlich die Aufgabe hat,die Festplatte bei einem Sturz zu sichern.Genauer wird dort der Sturz registriert und der Festplattenkopf fährt in Windeseile in eine gesicherte Position.
Es gibt aber seit einiger Zeit auch Sensoren für den normalen Rechner zu kaufen.
Es sind USB-Sensoren,die in den USA hergestellt werden und derzeit (Juni 2009) einzeln etwa 50 € kosten.Bei 10 Stück fällt der Preis auf etwa 42 €/Stück.

Der Sensor ist etwa 3x3x3 cm groß.





Hier mal eine Grafik von meinem Sensor:






Die rote Linie zeigt die Stärke in Werten der Richterskala an.Die Energiemenge,die sich bei jeder Größenklasse vergrößert,30facht sich im Boden !
Angenommen der Wert von 1 Magnitude an Stärke entspräche der Kraft der Explosion von 30 kg TNT,so 30facht sich der Wert in der nächsten Klasse.Die Kraft von 2 Magnituden auf der Richterskale würde so 900 kg TNT entsprechen,der von 3 Magnituden auf der Richterskala schon 27 000 kg TNT oder 27 Kilotonnen an TNT.
Das sind fiktive Werte,da ich die wirklichen Werte der Richterskala nicht kenne,aber es gibt einen guten Hinweis darauf,wieviel Energie bei einem Erdbeben in der Erde freigesetzt wird !
Ein normaler unterirdischer Atombombentest erzeugt meist eine Erschütterung von 4.5 - 6 Magnituden auf der Richterskala !


Die blaue Linie ist die Z-Achse,die wohl die Bewegung vor und zurück mißt.
Die gelbe Linie ist wohl die Y-Achse,die wohl die Bewegung in der Höhe mißt.
Die grüne Linie ist die X-Achse,die die Bewegung nach rechts und links mißt.

Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher,welche Achse was nun genau mißt.



Nachdem man sich nun den Sensor einmal gekauft hat,lädt man sich die Software von Boinc herunter.
QCN - Quake Catcher Network - arbeitet auf der Schiene des verteilten Rechnens (BOINC).
Das ist nichts anderes,als ein gewaltiges Netzwerk aus Leuten,die ihre Rechner,die meist 24 Stunden am Tag laufen,in der Zeit,wo der Rechner nur wenig beansprucht wird,andere Sachen nebenbei ausrechnen lassen.
Man bekommt,je nach Projekt,Rechnerart und Größe des Arbeitsschippselchens,verschieden viele Credit-Punkte als Lohn.

Eine bebilderte Anleitung,wie man den BOINC-Manager installiert und das Projekt Erdbebenmessung einrichtet,gibt es hier.

Man braucht den Adobe Reader oder ein ähnliches Programm,um die Anleitung anzeigen zu können,da es ein pdf-Format ist.


Zusätzlich kann man sich von der Hompage von QCN eine Software herunterladen

- QCN live -

die einem ganz genau die aktuellen Erschütterungen des Sonsors anzeigen (siehe Bild oben).Diese Software ist aber nicht Pflicht,hingegen muß man sich eine Software herunterladen,damit der Sensor arbeiten kann. Wie gesagt,Boinc installieren,sich im Boinc-Manager bei QCN anmelden,dort ein so genanntes Konto,erstellen,sich eine WU,eine Work Unit,ein Datenpaket,was für die Bearbeitung der Daten,die der Sensor ausgibt,notwendig ist,herunterladen - geschieht automatisch - und den Rechner einfach laufen lassen.


Am besten 24 Stunden rund um die Uhr,denn rauf und Runterfahren des Rechners mag die etwas empfindliche Software des Sensors nicht gerne!


Die WU´s -Work Units oder Datenpakete sind kleinste Datenschnippsel vom dem jeweiligen Projekt,was man im Hintergrund arbeiten läßt.

Das heißt:
Viele Projekte ergeben heutzutage Unmengen an Daten,die selbst alle Supercomputer der Welt nicht ausrechnen können.Also schließen sich viele private Computerbesitzer zu einem gewaltige,weltumspannenden Netzwerk von Computern zusammen und erstellen so den größen je dagewesenen Supercomputer.
Jeder rechnet ein kleines bißchen an den Projekten seiner Wahl.So werden die Daten ausgewertet.Jeder trägt seinen kleinen,freiwilligen Teil dazu bei,wenn er Lust dazu hat.

Diese kleinen WU´s oder Datenschnippsel werden auf den heimischen Rechner automatisch geladen,ausgrechnet und wieder automatisch auf den Rechner geschickt,wo sie geladen wurden.Danach wird das nächste Paket geladen usw.

Das ist BOINC !



Zurück zum Erdbebensensor und QCN.


Dieser kleine Sensor mißt nun Veränderungen in den drei Achsen (X,Y,Z - vor/zurück,rechts/links und hoch/runter) und rechnet sie in Werte der Richterskala um.
Um nun falsche Beben (mit der Faust auf den Tisch oder mit der Tür schlagen) von richtigen und echten Beben zu unterscheiden,werden erst Werte von mehr als 3 mag (Magnituden Stärke) nach Amerika geschickt.Gleichzeitig werden die seismografischen Instutite der Welt befragt,ob es um diese Zeit in dieser Region überhaupt ein offiziell festgestelltes Beben von mehr als 3 mag an Stärke gegeben hat.
Ist das der Fall,wird der Wert berücksichtigt,ist das nicht der Fall,war es falscher Alarm und der Wert wird automatisch in Amerika aus der Datenbank gelöscht.

Somit stören auch die möglichen erschütterungen durch eine belebte Straße,eine Baustelle oder die Nähe zu einem Schienenstrang,nicht,da diese Fehler aussortiert werden.
Es hat schon Beben gegeben,auch in Deutschland,wo mittels dieser kleinen Sensoren der Bebenherd genauer aufgespürt werden konnte,als mit den herkömmlichen Methoden.
In Süddeutschland saß ein Seismo-Kollege nur 10 km entfernt ! Er war der einzige,der mit den Sensoren das Beben aufzeichnete,neben den offiziellen Stationen.Aber so konnte der Ursprungsort schon deutlich besser gemessen werden,als sonst.


Noch besser ist es,wenn so ein Beben von mehr als einem QCN-Sensor gemessen wird.Je mehr Stationen das Beben feststellen,desto noch genauer kann man den Mittelpunkt des Bebens finden und damit die Stärke des Bebens und die mögliche Kraft/möglichen Folgen/möglichen verursachten Schäden beziffern.



Ziel von QCN ist es,ähnlich der ständig wachsenden Anzahl von Besitzern einer Wetterstation,ein dichtes Netz an billigen Sensoren auf der Welt aufzustellen und Beben zu registrieren.
Je dichter das Netz,desto genauer die Ergebnisse !


Genau so ist es beim Wetter.Die Wettervorhersagen werden präziser,je kleiner und engmaschiger das Meldenetz ist.
Vielleicht gelingt es eines Tages so,auch Erdbeben vorherzusagen !!!



Der Sensor selbst sollte am besten in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet werden.Auch muß die Angabe der GPS-Position des Hauses,wo der Sensor steht,möglichst genau sein.Wie das geht,zeige ich in der ausführlichen Anleitung,zu der man über den Link etwas weiter oben in diesem Text gelangt (wenn ich sie dann mal erstellt habe).


Wer nun Interesse an der Messung von Erdbeben,kann mir eine Mail schicken.
Gelegentlich bestell ich einen Schwung Sensoren,wenn genügend Interessenten vorhanden sind.Ansonsten setz ich die "Kunden" auf eine Liste,bis ich genug "Kunden" habe,was aber teilweise recht lange dauern kann.

 

© private Wetterstation Süderlügum 2011